• Adriano De Cristofaro (1961) -
    Umwelt

    In zweiter Ehe verheiratet wünschen meine Frau und ich uns seit Jahren ein Kind. Da ich in erster Ehe schon Vater bin, waren wir überzeugt, dass der Grund für die ausbleibende Schwangerschaf...

Umwelt

Die Zahl der Samenzellen bei Männern hat sich in den industrialisierten Ländern innerhalb der letzten vier Jahrzehnte halbiert, zudem finden sich heute aber auch viel mehr missgebildete und nicht richtig bewegliche Samenzellen. Zugenommen hat aber auch die Zahl der falsch gelagerten Hoden (Hodenhochstand), die Zahl von Hodentumoren oder Penismissbildungen. Neben vererbten (genetischen) Ursachen sind vor allem Umwelteinflüsse verantwortlich für die bedrohliche und alarmierende Situation. Nikotin beispielsweise führt zu Hormonstörungen und Teerabbauprodukte können – eingebaut in die Erbsubstanz der Samenzellen – direkt auf die Nachkommen übertragen werden. Wie weit die Zunahme bestimmter Krebsformen bei Kindern rauchender Väter damit zusammenhängt, bleibt noch zu klären.

Vor allem aber sind es hormonaktive Substanzen aus Medikamentenabbau, Pestiziden, Insektiziden und anderen chemischen Substanzen aus der Umwelt wie Weichmachern (Phthalate), die während der Embryonalzeit die Entwicklung wichtigster Zellgruppen im Hoden derart nachhaltig zu stören vermögen, dass später lebenslang funktionell ungenügende, zu wenige oder gar keine Samenzellen entstehen (Stichwort Testicular Dysgenesis Syndrome = Gruppe von Hodenerkrankungen) Diese so genannten Endocrine disruptors (Hormon-Unterbrecher) können dabei sowohl die Wirkung weiblicher Hormone nachahmen und verstärken als auch diejenige der männlichen Hormone unterbinden. Zwar sind immer nur Spuren dieser Substanzen nachweisbar, die fatalerweise aber in der Umwelt äusserst stabil sind und zudem erst in Kombinationen ihre Wirkung dramatisch verstärken.

Einer der wichtigsten Aufgabe der Andrologie ist es, die Wirkungsweise der Umweltgifte auf die Hoden und die Samenzellen zu erforschen. Aber nicht nur das. Sondern auch entsprechende Schutzmassnahmen zu entwickeln und schliesslich die endgültige Entfernung der Gifte aus der Umwelt zu veranlassen.

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